Die neue Approbationsprüfung im Überblick: So läuft sie ab
Seit Inkrafttreten des reformierten Psychotherapeutengesetzes (PsychThG) im Jahr 2019 hat sich die Struktur der Approbationsprüfung in der Psychotherapie grundlegend verändert. Zum einen findet die Approbationsprüfung nun nach dem Masterstudium und vor der Fachpsychotherapeuten-Weiterbildung statt und nicht wie zuvor erst nach der Psychotherapeuten-Ausbildung. Zum anderen hat sich die Prüfungsform verändert: die Prüfung besteht aus der Mündlich-Praktischen Fallprüfung (MPF) sowie der Anwendungsorientierten Parcoursprüfung (AoPP) - es gibt keine schriftliche Prüfung mehr. Diesen Ablauf erkläre ich hier im Überblick. Ausführlicher habe ich alles zur Approbationsprüfung Psychotherapie auf PsyLearn zusammengefasst.
Die Mündlich-Praktische Fallprüfung (MPF)
Dieser Prüfungsabschnitt stellt deine Fähigkeit zur fallbezogenen Analyse und zur klinischen Argumentation auf Basis eigener Anamnesen unter Beweis und findet in einem Fachgespräch mit zwei Prüfenden statt.
Ablauf & Inhalte:
- Du reichst vier selbst erstellte Patientenanamnesen ein. Diese basieren auf echten Fällen, die du in deinem BGT III begleitet hast. In der Prüfung wirst du zu einer deiner Anamnesen befragt. Welche Anamnese ausgewählt wurde, erfährst du zu Beginn des Gesprächs.
- Während der 40–45-minütigen Prüfung wirst du mit drei Fragetypen konfrontiert:
- Fallspezifische Fragen zu einzelnen Anamnesen
- Fallübergreifende Fragen, z. B. zu diagnostischen Abwägungen
- Allgemeine Fragen (Grundlagen der Psychologie, Statistik, evidenzbasierte Praxis etc.)
Bewertung:
- Die schriftlich eingereichte Anamnese zählt 10 %, die mündliche Leistung 90 % der Gesamtnote.
- Zwei unabhängige Prüfer bewerten dich mit einer Note von 1–6.
- Bestanden hast du mit der Note 4 oder besser.
- Die Note wird dir direkt im Anschluss mitgeteilt.
Welche Fragen in der Fallprüfung tatsächlich gestellt wurden, haben mir Absolvent:innen aus mehreren Bundesländern berichtet. Die Sammlung gibt es als kostenloses PDF: Prüfungsfragen zur mündlich-praktischen Fallprüfung 2025.
Anwendungsorientierte Parcoursprüfung (aoPP)
Diese Prüfung testet deine klinisch-praktischen Kompetenzen an zwei aufeinanderfolgenden Stationen – mit Fokus auf realitätsnahe Patientensituationen. In diesem Prüfungsabschnitt durchläufst du zwei Stationen à 30 Minuten. Vorab erhältst du eine 30-minütige Bearbeitungszeit, in der du dich auf beide Stationen vorbereiten kannst. Dazu erhältst du jeweils eine Fallvignette und ggf. zusätzliche Hilfsmittel, wie einen Ausschnitt aus den Leitlinien oder aus dem ICD-10.
Struktur & Inhalte:
- Du durchläufst 2 Stationen à 30 Minuten. Zwischen den Stationen liegt eine kurze Wechselzeit von 5 Minuten.
- Es werden 5 Kompetenzbereiche geprüft:
- Patientensicherheit
- Diagnostik
- Patienteninformation und -aufklärung
- Leitlinienorientierte Behandlungsempfehlungen
- Therapeutische Beziehungsgestaltung (immer enthalten)
- Jede Station enthält mehrere Teilaufgaben, die du dir in 30 Minuten eigenständig einteilen musst. Das heißt: in beiden Stationen werden je zwei der ersten vier Kompetenzbereiche geprüft sowie zusätzlich die Therapeutische Beziehungsgestaltung
- Vorab bekommst du 30 Minuten Vorbereitungszeit, um dich mit den Prüfungsfällen und Materialien vertraut zu machen.
- In ca. 20 % der Prüfungen können Themen aus dem Kinder- und Jugendlichenbereich (KJP) vorkommen – es ist aber auch möglich, dass keine KJP-Aufgabe gestellt wird.
Welche Störungsbilder in der aoPP besonders häufig vorkommen, habe ich aus Erfahrungsberichten der Community zusammengetragen: Welche Störungen in der aoPP prüfungsrelevant sind.
Materialien in der Prüfung:
- Fallvignetten mit standardisiertem Eröffnungssatz
- Fachliche Hilfsmittel, wie Leitlinien, ICD-10 oder Vorbefunde
Bewertung:
- Auch hier bewerten dich zwei Prüfer unabhängig voneinander.
- An beiden Stationen musst du mindestens 50 % der Punkte erreichen.
- Das Prüfungsergebnis erhältst je nach Bundesland einige Wochen später (in HH sind es ca. 14 Tage)
Wiederholung der Approbationsprüfung Psychotherapie (PsychThG 2019)
Solltest du einen oder beide Teile der Approbationsprüfung Psychotherapie nicht bestehen, ist das kein Grund zur Sorge: Du kannst die Prüfung bis zu zwei Mal wiederholen.
- Wenn du nur einen Abschnitt (z. B. die Mündlich-Praktische Fallprüfung oder die Anwendungsorientierte Parcoursprüfung) nicht bestehst, musst du auch nur diesen Teil erneut absolvieren.
- Wichtig: Die Parcoursprüfung (aoPP) gilt insgesamt als nicht bestanden, wenn du nur eine der beiden Stationen nicht bestehst. In diesem Fall musst du die komplette aoPP wiederholen – auch wenn du eine Station bestanden hattest.
Deine Vorbereitung mit PsyLearn
Für die Vorbereitung auf diese Prüfung habe ich PsyLearn aufgebaut. Im
Lernpodcast gehe ich Störungsbilder, Leitlinien und Prüfungssituationen Folge für Folge durch. Der
Lernplaner macht aus deinem Prüfungstermin und deinen Lerntagen einen Plan bis zur Prüfung. Weitere Erfahrungsberichte und Tipps findest du im
PsyLearn-Blog.
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Mit der richtigen Vorbereitung und dem gezielten Üben der relevanten Störungen bist du bestens gerüstet für die Approbationsprüfung. Ich wünsche dir viel Erfolg bei deiner Approbationsprüfung Psychotherapie!
Lass mich gerne wissen, welche Themen du für die nächste Podcast-Folge oder einen weiteren Blogartikel wünschst.
Viel Erfolg beim Lernen – du schaffst das! Und denk dran: Du bist nicht allein auf dem Weg zur Approbation.
Deine Annsophie
Kontakt für Fragen zur Approbationsprüfung:
PsyLearn
Annsophie Voelkner
www.psylearn.de
E-Mail:
a.voelkner@psyLearn.de
